Wir sind dann mal weg!

Das haben wir uns in unseren letzten Ferien gedacht. Nochmal zusammen in den Urlaub zufahren und Neues entdecken. Was bietet sich da besser an als Namibia? Nichts. In 21 Stunden in Windhoek und von dort aus weiter. So sah unser Plan aus. Das hieß für uns, Auto mieten (war etwas komplizierter als gedacht), Bustickets buchen (auch hier waren wir etwas blauäugig und haben nur die Tickets nach Namibia gekauft) und zum Schluss packen. Die Route haben wir nicht so wirklich geplant gehabt, erst als wir in Windhoek angekommen sind und noch etwas Zeit hatten, bis wir das Auto fertig zur Abholung war. Auto war fertig, eingekauft hatten wir auch und los gings.

Erster Stop Brukkaros. Vulkan anschauen. Hört sich mega an, war es im Nachhinein auch, nur etwas anders als geplant. Nach knappen sieben Stunden Autofahrt sind wir am Vulkan angekommen. Kritisch war nur, dass die Straße zum Campingplatz nicht so ausgeschildert war, wie wir´s gedacht hatten. Also sind wir ein bisschen durch die Gegend gefahren und kamen schlussendlich doch am Campingplatz an. Ein Campingplatz der nicht mehr bewirtschaftet wird. Es gab nichts. Ein Plumpsklo und eine Dusche ohne Wasser. Schnäppchen würde ich sagen. Wir haben unser Zelt aufgebaut, ein Lagerfeuer gemacht und zu Abend gegessen. Körnerbrot. Davon haben wir uns die kompletten zwei Wochen ernährt. Nach neun Monaten Weißbrot, ist das auch kein Wunder. Die Stille und Einsamkeit die wir dort hatten war beeindruckend. Fast so beeindruckend, wie der Sternenhimmel der sich über uns breit machte. Nach der ersten Nacht im Zelt (wir Mädels) und im Auto (die Jungs) sind wir früh aufgestanden um den Sonnenaufgang mit zu bekommen. Frühstück im dunklen, Sonnenaufgang eine knappe Stunde später. Na ja was soll´s, es war trotzdem schön. Sachen gepackt, ins Auto geräumt und los gewandert. Zum Vulkan. War auch ganz entspannt, bis wir die Affen gehört und gesehen haben. Die waren nicht so begeistert uns zu sehen und haben uns das auch deutlich gezeigt. Sind auf uns zu gelaufen, bis wir umgedreht haben, haben laut geschrien und so noch mehr Affen angelockt. Wir dachten uns so, ne da gehen wir lieber nicht lang, wir suchen uns einen anderen Weg. Gesagt getan. Also sind wir querfeldein den Vulkan hochgeklettert um oben festzustellen, dass das ja gar nicht wie ein Vulkan von innen aussieht. Wir hatten uns einen schwarzen tiefen Krater vorgestellt und was haben wir gesehen? Grüne Wiese. Später hat sich dann raus gestellt, dass das gar kein Vulkan ist, sondern nur aussieht wie einer. Sind wir schön drauf rein gefallen, aber es war eine schöne Wanderung und tat uns allen gut sich vor der nächsten Autofahrt noch einmal zu bewegen, denn es ging gleich weiter nach Ketmanshoop. Zum Köcherbaumwald. Ein beeindruckender Wald, bzw. die Bäume sind beeindruckend. Perfekt zum Bilder machen und um den Sonnenauf- und Untergang anzuschauen. Haben wir alles gemacht. Bilder um Bilder. Von allem. Uns, den Bäumen und den Chinesen, die zwangsläufig auf unseren Bildern drauf waren, denn sie waren über all. Ungelogen. Generell war es für mich persönlich komisch wieder so viele weiße Menschen zu sehen und auch noch auf so viele deutschsprachige zu treffen. Eine Umstellung die mir bis zum Schluss nicht so recht gelungen ist.

Auch in Keetmanshoop sind wir nur eine Nacht geblieben um möglich viel von Namibia sehen zu können. Als nächstes Ziel stand der Fish-River-Canyon auf der Liste, wieder für eine Nacht, wie sollte es auch anders sein. Dort angekommen wurden wir freundlich darauf hingewiesen, dass wir doch einen Platten haben und ob wir das denn nicht gemerkt hätten. Nein haben wir nicht. Da die Straße nicht die beste war und von Bodenwellen überseht war, gab es den ein oder anderen Schlag, den das Auto weggesteckt hat. Das dabei ein Reifen kaputt gegangen ist, ist uns nicht aufgefallen, zu mal wir auch echt vorsichtig gefahren sind. Die darauffolgende Woche noch vorsichtiger, denn einen Ersatzreifen konnten wir erst am Ende unserer Reise kaufen. Aber jetzt zurück zum Canyon. Reifen getauscht und zum Canyon gefahren. Der zweit größte Canyon der Welt. Eine atemberaubende Aussicht bot uns, als wir auf der ersten Aussichtsplattform angekommen waren. Unter uns der Canyon der sich wie eine Schlange durch die Landschaft schlängelte.

Um die Aussicht noch besser genießen zu können und um den Canyon in seiner Größe sehen zu können, sind wir ein bisschen an ihm entlang gelaufen. Haben uns mit Steinen verewigt und an dem zweiten Aussichtspunkt das ein oder andere Gruppenbild gemacht. Mit Hilfe einer netten Frau, denn mit Selbstauslöser hat es nicht so funktioniert wie wir es gerne gehabt hätten. Generell sind am Canyon die ersten Gruppenbilder entstanden, die sich im Laufe des Urlaubes immer wieder wiederholt haben. Wir könnten also uns ausschneiden und in jede beliebige Landschaft setzen und es würde passen. Sind halt doch nicht so einfallsreich, wie Andere. Jeden falls fand ich es sehr beeindruckend wie sich eine Schlucht durch das Land zieht und damit eine wunderschöne Kulisse bietet. Doch damit nicht genug. Wunder schöne Kulissen haben Meike und ich auch in der toten Stadt in Lüderitz gefunden. Zumindest für unsere Begriffe. Wir waren für zwei Nächte in Lüderitz und waren so froh, in einem Hostel zu schlafen. Am Meer im Zelt und Auto kann es dann doch ganz schön kalt werden, verdient hatten wir es uns aber auch. Die tote Stadt war uns ein Ausflug wert und so mit sind wir morgens direkt dort hin gefahren. Eine alte Goldgräberstadt die sich die Natur langsam wieder zurück holt. Die Häuser teilweise eingefallen, von Sand überseht. Wie sich das Leben dort 1900 abgespielt haben muss, lies sich nur schwer erahnen. Lehrer, Arzt, Buchmacher, Architekt und Ingenieur waren alle vertreten. Die Schule lies sich erkennen, das Krankenhaus konnte man besichtigen und die Turnhalle war offen für jeden. In der Sporthalle waren Tiere ausgestopft. Unter anderem auch ein Affe. Ein Affe den wir ein paar Tage zuvor gesehen und zum Glück den Rückzug angetreten haben. Weil wir nicht nur auf der faulen Haut liegen wollten und und Bewegung gut tat vor den langen Autofahrten haben wir in Sossusvlei beschlossen, auf die Düne „Big Daddy“ zu wandern. Ca. 1,5 Stunden haben wir dafür benötigt. Anstrengen war es auf jeden Fall. Zum Glück war es morgens um acht Uhr noch nicht zu heiß und wir konnten „entspannt“ (was die Hitze) anging die Wanderung beginnen. Ich hab ja zwischen zeitlich gedacht, dass ich es nicht schaffe, da meine Waden komplett zu gemacht haben. Aber mein Ehrgeiz war geweckt und ich wollte unbedingt am Ende der Düne ankommen und die Aussicht genießen. Also Augen zu und durch und ich muss sagen die zwischenzeitlichen Schmerzen haben sich definitiv gelohnt. Von oben bot sich uns ein Ausblick über die gesamte rote Dünenlandschaft. Nichts als roter Sand um uns herum und vereinzelt konnten wir kleine Punkte erkennen, Personen die, die Wanderung zur Spitze der Düne gerade erst angetreten haben. Natürlich mussten auch hier Bilder gemacht werden, ob Einzelbilder oder Gruppenbilder wir haben mal wieder das komplette Programm bedient. Das Beste war allerdings der „Abstieg“. Ca. 15 Minuten haben wir gebraucht. Wie das? Ganz einfach. Nach unten geht’s einfach: Die Düne runter rennen. Wir sind zu kleinen Kindern mutiert, haben fangen gespielt, dabei auch der ein oder andere Sturz von der lieben Sophia. Dadurch wurde der Abstieg durchaus zu einem einzigartigen Erlebnis.

Mein persönliches Highlight und mein absolut bestes Erlebnis war als ich in Swakopmund meine Mama nach 9 Monaten wieder gesehen habe. Ein „zufälliges“ Treffen, da sie nicht wusste, dass ich zeitgleich mit ihr in der Stadt bin. Ich hatte es ihr erst an dem Tag geschrieben, als ich angekommen war. Die Freude, dass wir uns sehen könnten war natürlich riesig und wir haben uns ausgetauscht, was wir an dem Abend noch so machen. Und dann stand sie plötzlich bei mir im Hostel. Die Freunde war unermesslich und geweint wurde auch. Wenn man die Person wieder sieht, dann wird einem erst mal bewusst, wie sehr man diese doch vermisst hat. Heute, knappe 1,5 Wochen später sitze ich zu Hause, schreibe den Blogbeitrag und freue mich wieder auf meine Mama. Ab morgen (15.05.18) ist sie für drei Wochen bei mir zu Besuch. Ich kann ihr endlich zeigen, wo und wie ich wohne und wie mein Alltag so abläuft. Auch der Schulalltag, denn heute war der erste Schultag und somit hat Term 2, für mich Term 3 und somit das letzte, begonnen.

Ja ich glaube das war eine gute Zusammenfassung meiner Ferien. Ich hoffe es war nicht zu ausführlich :).

Bis ganz Bald, eure Hanna.

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