Weihnachtsferien

Die zweiten großen Ferien. Vier Wochen frei. Geplant war für den ersten Ferien Tag ein Fuß- und Handballturnier. Aber wir wurden eines besseren belehrt. In der Regenzeit ein Turnier zu planen, das kann sprichwörtlich ins Wasser fallen. Am Abend zuvor hat es so viel geschüttet, dass alles unter Wasser stand. Wir haben uns dazu entschieden das Turnier abzusagen. Eine große Enttäuschung für die Kinder und für uns auch, da am Samstag, dem Turniertag, die Sonne schien. Was wir daraus gelernt haben: Das Turnier durch zu ziehen, egal was das Wetter vermuten lässt, dass wir unsere Planung verbessern können und dass wir das Turnier so schnell wie möglich nachholen wollten. Unser geplanter Termin war der 10.02.2018.

Mein persönliches Highlight war, dass ich Besuch von meinem Vater und meinem Bruder bekam. Alls ich am Flughafen auf die gewartet habe, war ich so aufgeregt, wie schon lange nicht mehr. Die Vorstellung nach fast fünf Monaten einen Teil der Familie wieder um sich zu haben war komisch. Komisch aber schön. Und dann waren sie da. An das Wetter waren die Zwei so gar nicht gewöhnt. Von -3 Grad zu 30 Grad ist dann doch ein relativ großer Temperaturunterschied. Für uns ging es dann erst mal einkaufen, da viel mir das Erste mal auf, wie ich an die sambische Gelassenheit gewöhnt bin und mein Vater nicht. Auf der Fahrt nach Simoonga wurde viel geredet. Sich auf den neusten Stand bringen. Es war aufregend die nächsten zwei Wochen mit den Beiden zu verbringen. Die Tage bis Weihnachten haben wir entspannt angehen lassen. Wir besuchten meine Schulen, ich zeigte ihnen das Dorf und haben alle zusammen in der Stadt Geburtstag gefeiert. Denn im Dezember hatten drei von uns Geburtstag. Am 23.12.2017 stand die walking Safari an. Morgens um sechs Uhr ging es los. Wir sind ca. drei Stunden durch den Park gelaufen. Es hat sich definitiv  gelohnt und ich würde es jeder Zeit wieder machen. Büffel, Giraffen, Zebras, Nashörner und Gazellen sind uns wortwörtlich über den Weg gelaufen.

24.12.2017. Weihnachten. Weihnachten so ganz anderes. 33 Grad und strahlend blauer Himmel. Was kann es also besseres geben als ein Ausflug zu den Victoria Falls, genauer gesagt zu einem Pool oberhalb. Wir sind mit unserem Guide durch das Flussbett gewandert, bis wir bei dem Pool angekommen sind. Atemberaubend. Das beschreibt es ziemlich gut, denn das war es. In einem Pool zu schwimmen und auf die Victoria Falls hinunter zu blicken. Gegen Abend haben wir alle zusammen gekocht. Es gab verschiedene Salate und Toast Hawai. Es war ein schöner Weihnachtstag. So ganz anders als alle anderen, aber mit unserem Tannenbaum aus Stoff an der Wand und für jeden ein Geschenk.

Drei Tage nach Weihnachten ging es für meine Familie und mich nach Namibia. 22 Stunden Busfahrt und wir waren da. Mit unserem Mietwagen sind wir weiter nach Swakopmund gefahren. Unser erster Stopp, für zwei Nächte. Es ist erstaunlich, dass Meer und Wüste so dicht beieinander liegen können. Getrennt durch eine Straße. Das zusehen und es erleben zu können, wie es ist in der Wüste zu sein war unglaublich. Auf der einen Seite hat mich Namibia mit der Wüstenlandschaft beeindruckt, auf der anderen Seite mit den Bergen. Dort war alles grün und bewachsen. Das ist uns auch im Etosha Nationalpark aufgefallen. Zwei Nächte haben wir im Park verbracht. Wir konnten mit unserem Auto jeder Zeit durch den Park fahren, solange wir wollten und wohin wir wollten. Das haben wir tagsüber auch gemacht. Abends saßen wir am beleuchteten Wasserloch und haben die Tiere beim Trinken beobachtet. Es war schön, es mit meinem Vater und meinem Bruder zu erleben.

Kaum war ich zu Hause, bin ich auch schon weiter gereist. Tansania war mein nächstes Ziel. Da die Ferien wegen eines Choleraausbruches verlängert wurden, haben wir beschlossen die ASC-Freiwilligen in Bukoba und Kigali, Ruanda, zu besuchen. Da Meike, Sophia und Michelle bereits auf Sansibar waren, bin ich ihnen hinterher gereist. Gemeinsam sind wir nach Moshi gefahren, um uns mit den anderen Freiwilligen zu treffen. Wir haben die heißen Quellen besucht. Heiß waren sie allerdings nicht, aber dennoch wunder schön. Klares Wasser, Sonnenschein und beste Laune, haben dazu beigetragen, dass wir einen wunderschönen Tag hatten. In Bukoba waren wir 16 Freiwillige vom ASC. Eine Woche haben wir dort gemeinsam verbracht. Wir haben uns die Projekte angeschaut und viel Zeit mit den Kindern verbracht. Es ist schön zu sehen, was die Freiwilligen dort leisten und wie sie geschätzt werden. Auch der Austausch über die Einsatzstellen und wie es einem geht, tat gut. Es tat gut über alles reden zu können, mit Leuten zu reden die es nicht erlebt haben, es aber nach vollziehen können, da sie die ein oder andere Situation vielleicht auch schon erlebt haben. Die eine Woche ist viel zu schnell vergangen und für uns hieß es, Kigali wir kommen. Da sich unsere Ferien dem Ende zu neigten konnten wir nur zwei Nächte in Kigali bleiben. Wir haben das Genozid Memorial besucht. Ein Ort an dem einen bewusst wird, zu was Menschen in der Lage sind. Es war nicht einfach sich die Hintergründe durch zu lesen, sich vorzustellen wie es für die Angehörigen und Überlebenden sein muss. Daher bin ich froh, dass es diese Gedenkstätte gibt. Zum Einen für die Angehörigen und Überlebenden zum Anderen, damit wir daran erinnert werden was nicht wieder geschehen darf.

Nach knappen zwei Wochen, waren wir dennoch wieder froh zu Hause zu sein.

 

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